"Den Dialog mit Kritikern suchen" –
Wie T-Mobile die Risiko-
kommunikation organisiert
von Mag. phil. Cornelia Szyszkowitz
Überblick
Um an möglichst vielen Orten per Handy erreichbar zu sein, müssen flächendeckend Mobilfunkstationen errichtet werden. An einzelnen Standorten stellen Bürgerinitiativen die gesundheitliche Unbedenklichkeit und Notwendigkeit des Mobilfunks in Frage. Sie vermuten einen Zusammenhang zwischen so genanntem "Elektrosmog" und gesundheitlichen Beschwerden der Anwohner. Diese öffentliche Diskussion über die "Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt" (EMVU) hat Mobilfunkunternehmen vor neue kommunikative Herausforderungen gestellt.
In der öffentlichen Debatte lassen sich zwei Risiken unterscheiden. Das primäre
Risiko betrifft die Umweltverträglichkeit elektromagnetischer Felder, mit der
sich vor allem die wissenschaftliche Forschung beschäftigt. Die überwiegende
Mehrheit der wissenschaftlichen Studien kommt zu dem Schluss, dass keine
Gesundheitsgefährdung von der Mobilfunktechnik, wie sie heute eingesetzt
wird, zu befürchten ist. Dieses Ergebnis kann derzeit als wissenschaftlich gesichert angesehen werden. Das sekundäre Risiko entstand durch die gesellschaftliche Debatte um die EMVU-Thematik, die im Jahr 2001 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.
Auf Branchenebene gingen die Netzbetreiber freiwillige Selbstverpflichtungen
ein, bauten eine Datenbank aller Mobilfunkstandorte in Deutschland auf und
eröffneten das Informationszentrum Mobilfunk in Berlin. T-Mobile hat u.a. interdisziplinäre Expertenteams zur Risikobewertung und zur Risikokommunikation mit allen Stakeholdern eingerichtet. Neben einer zentralen EMVU-Abteilung in Darmstadt wurden auch dezentrale EMVU-Beauftragte in den einzelnen T-Mobile-Niederlassungen benannt sowie Kommunalbeauftragte für die Zusammenarbeit mit den Kommunen geschult.
Mitarbeiter von T-Mobile wirken in ihrem privaten Umfeld als Multiplikatoren
und können sich durch unternehmensinterne Medien und EMVU-Infotage regelmäßig über neue Erkenntnisse und Entwicklungen informieren. Für die breite Öffentlichkeit wurden auf der Internet-Seite von T-Mobile zahlreiche Informationen über EMVU veröffentlicht. Das Unternehmen setzt sich auch mit
mobilfunkkritischen Institutionen auseinander. Gerade dieser offene und sensible Dialog mit Kritikern trägt entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Risikokommunikation von T-Mobile bei.
Über die Autorin
Mag. phil. Cornelia Szyszkowitz ist seit 2001 Fachleiterin Risikokommunikation
in der Abteilung Umwelt, EMVU und Nachhaltigkeit bei T-Mobile Deutschland in Darmstadt.

Cornelia Szyszkowitz
Langfassung
Die ausführliche Fallstudie mit zahlreichen Detailinformationen ist im folgenden Sammelband enthalten: